Tag 1 Freitag

Aufstehen 6:45 Uhr. Frühstück 7:15 Uhr. Gespräch mit der Oberärztin 8:00 Uhr. Während wir schon mehrfach darauf hingewiesen wurden, pünktlich zu erscheinen, kam sie zu spät. Wieder erzählte ich meinen Weg, der mich hergeführt hat. Nun zum 3. Mal. Wahrscheinlich steckt da ein System dahinter. Bisschen nervig ist es aber doch. Außerdem alle Fragen zu den Vorerkrankungen, Allergien, OPs musste ich schon in einem Fragebogen ausfüllen, vor der Reha und auch der Stationsschwester erzählen. Diese habe nun 5x beantwortet. Das könnte man anders im System hinterlegen.

Spannend war die Frage: „Was sind Ihre Ziele für die Reha?“ Gute Frage. Ziele sollen positiv formuliert und realistisch sein. Ok. Versuche ich. „Ich möchte merken, wenn ich in Stress rutsche und gegensteuern können. Ich möchte meine Verspannungen aktiv lockern können, besser einschlafen und weniger Kopfschmerzen.“ Stress lässt sich nicht vermeiden. Aber mein Umgang damit. Das Wissen habe ich. Kann es nur nicht in Handeln umsetzen.

9:00 Uhr Bezugsgruppe. Was erwartet mich hier? Muss ich da was sagen? Wie sind die Leute drauf? Wir sind drei Neue. Der Psychologe war Ersatz, da die Kollegin, die auch meine Psychologin ist, zur Schulung war. Anscheinend gibt es viel Frust in der Gruppe mit den Therapeutenwechseln und es gab ein längeres Gespräch über die Möglichkeiten, das mit einer guten Personalplanung zu vermeiden. Unser Therapeut war in einer dauernden Rechtfertigungshaltung. Sein Hinweis, dass man Situationen akzeptieren muss, die man nicht ändern kann, fand ich erst ziemlich platt. Aber es ist ja etwas dran.

Mindestens zwei sind aus ähnlichen Gründen wie ich hier. Sie haben das Gefühl, wenn sie locker lassen, Dienst nach Vorschrift machen (wie so manch Kollege oder Partner im Job), dass dann alles schief geht. Wir werten alles. Auch die Leute, die Dienst nach Vorschrift machen. Aber die sitzen jetzt nicht in einer Rehaklinik. Sondern wir. Ich möchte so nicht arbeiten. Ich möchte meinen Job weiter gern und mit Leidenschaft tun. Brennen ohne Auszubrennen – habe ich mal irgendwo gelesen. Das ist ein verdammt schmaler Grat. Wo stecke ich sinnvoll Energie rein? Wo lasse ich es nach 1-2 Versuchen sein, wenn ich nichts ändern kann? Nicht als Resignation – sondern als bewusste Entscheidung?

Nach der Gruppe war mein Rücken bretthart und ich komplett verspannt. Sitzen, zuhören und Einfinden in die Gruppe strengt mich an. Bewegung hatte ich dann noch am Nachmittag mit einer Runde auf die Burgruine im Ort. 


Ganz knapp vor einem weiteren heftigen Gewitter war ich wieder zurück. Den Abend verbrachte ich im Schwimmbad und mit entspanntem Zeichnen im Zimmer.

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