Balance

Tag 29 Freitag

Seit Beginn der Reha übe ich an einer Station im Fitblock den sogenannten „Fallschirmspringer“. Dabei liegt man nur mit dem Bauch auf einem luftgefülltem Noppenkissen und versucht Arme und Beine ausgestreckt vom Boden zu bekommen. Das ist eine schweißtreibende Übung und bisher war es immer eine äußerst wackelige Angelegenheit. Entweder rollte ich zur Seite weg oder hatte nach vorn oder hinten ein Übergewicht. Heute klappte es im ersten Durchgang, im zweiten und im dritten. Mit einem kurzen Austarieren blieb ich die geforderte Zeit wackelfrei in der Luft. Einfach genial. Auch das Gefühl dazu. Die Beats der Musik für die Steppbrettnutzer hämmerten im Hintergrund, meine Atmung war ganz fokussiert auf den Moment und das Aha-es-geht-Erlebnis phänomenal.

Ähnlich ergeht es mir auch zu Hause auf der Slackline. Wenn ich ganz konzentriert auf mein Tun bin, komme ich ohne Wackler über das Band. Sobald meine Gedanken abschweifen, krache ich runter. Das sind für mich die richtigen Achtsamkeitsübungen, wenn ich direkt und unmissverständliche die Botschaft erhalte, so geht es oder so geht es eben nicht. Ich bin ernsthaft am Überlegen ein Wackelkissen für daheim anzuschaffen. Unabhängig vom Entspannungseffekt ist es eine geniale Bauch-Po-Rücken-Übung die mir Spaß macht (und fiesen Muskelkater beschert). Das habe ich hier ebenfalls gelernt, nur was echt Freude macht, integriert der Mensch ohne Stress in seine Freizeit. Der Rest bleibt Verpflichtung ohne Lustgewinn und wird als erstes geopfert, wenn die Zeit vermeindlich knapp ist.